Gendern auf Praxis- und Apothekenwebseiten

14. Dezember 2023 | Lesezeit ca. 6 Min.
Gendern

Bildnachweis: © Falko Müller - Riesa - stock.adobe.com

In den letzten Jahren hat sich die Art und Weise, wie wir über Geschlechter und Identitäten sprechen, stark verändert. Der mittlerweile in den Medien vorhandene Trend zum Gendern hat auch Einfluss auf die Art und Weise, wie in der medizinischen Branche kommuniziert wird und Dienstleistungen präsentiert werden. Die Berücksichtigung von Geschlechtervielfalt und inklusiver Sprache auf Internetseiten ist zu einem Thema geworden, über das auch Ärztinnen/Ärzte und Apothekerinnen/Apotheker bei der Ansprache in Texten der Internetseite zunehmend nachdenken.

Statt der männlichen Form, die alle anderen mit meint, sollen idealerweise auch alle anderen Geschlechter angesprochen werden. Dabei stehen sich aber oft das berechtigte Interesse nach Genderregeln in der Ansprache auf der einen Seite und traditionelle Verhaltensweisen, Textverständnis und Suchmaschinenoptimierung auf der anderen Seite gegenüber. Es handelt sich beim Gendern um ein sehr umfangreiches Thema mit einer vielfach emotional geführten Debatte, das wir hier nur in Kurzform anreißen können, um Ihnen einige Denkanstöße für die Ansprache auf Ihrer Internetseite zu geben.

Welche Vorteile bietet Gendern auf Praxis- und Apothekenwebseiten?

  • Die Nutzung geschlechterneutraler Sprache auf Ihrer Praxis- bzw. Apothekenwebsite zeigt, dass Sie sich um die Bedürfnisse und Identitäten aller Ihrer Patientinnen und Patienten kümmern. Dies schafft eine inklusive und unterstützende Umgebung, in der sich Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer Geschlechtsidentität willkommen fühlen.
  • Zudem signalisiert eine geschlechterinklusive Sprache Professionalität und Empathie. Patientinnen und Patienten, die das Gefühl haben, dass ihre Identität und ihre Bedenken respektiert werden, sind eher geneigt, Vertrauen in Ihre medizinische Praxis oder Apotheke zu haben und Ihre Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Wie können Ärzte und Apotheker geschlechtergerechte Sprache auf ihren Webseiten verwenden?

Genderneutrale Formulierungen

Geschlechtsneutrale Begriffe sind solche, die weder auf ein bestimmtes Geschlecht hinweisen noch Geschlechterstereotype verstärken. Anstelle von geschlechtsspezifischen Bezeichnungen wie „Arzt“ oder „Mitarbeiter“ können Begriffe wie „Gesundheitsfachkraft“ oder „die Mitarbeitenden“ verwendet werden. Auch substantivierte Adjektive, wie z. B. „die Betroffenen“ sind genderneutral. Dies trägt dazu bei, dass sich Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht auf der Webseite angesprochen und willkommen fühlen.

Es zeigt auch, dass die Praxis oder Apotheke eine inklusive Haltung gegenüber allen Geschlechtern einnimmt und sich für die Bedürfnisse und Anliegen aller engagiert. Die Formulierungen können aber mitunter unpersönlich klingen, und es ist nicht immer möglich, einen passenden geschlechtsneutralen Begriff zu finden.

Doppelformen

In der Ansprache von Kunden und Patienten ist es oft am einfachsten, beide Geschlechtervarianten zu erwähnen. Sie können Doppelformen verwenden, um sowohl die männliche als auch die weibliche Form eines Wortes zu verwenden und damit Geschlechtergerechtigkeit zu gewährleisten, beispielsweise „Patientinnen und Patienten“ oder „Kundinnen und Kunden“. Bei Doppelformen wird allerdings das dritte Geschlecht nicht berücksichtigt.

Obwohl Doppelformen dazu beitragen können, die Geschlechter einzubeziehen, können sie übertrieben eingesetzt, den Text lang, unübersichtlich und schwer lesbar machen. Sie sollten daher sparsam eingesetzt werden, um die Klarheit und Ästhetik des Textes zu erhalten. Es ist daher ratsam, auch zusätzlich die „Sie-Form“ bei der Ansprache einzusetzen. Ebenfalls können genderneutrale Formulierungen verwendet werden, um die Lesbarkeit und Verständlichkeit der Webseite zu verbessern.

Genderzeichen

Darüber hinaus können Sonderzeichen für eine geschlechtergerechte Ansprache sorgen. Die Verwendung von Binnen-I, Doppelpunkt (:) und Stern (*) dient dazu, geschlechtsneutrale Formulierungen zu ermöglichen, indem sie die geschlechtsspezifische Endung eines Wortes ersetzen.

Es gibt hierbei aber keine einheitliche Form, die alle nutzen. Das erschwert die Entscheidung für ein bestimmtes Genderzeichen. Zudem sind bisher weder Stern, Doppelpunkt, Unterstrich oder andere Formen offiziell vom Rat für deutsche Rechtschreibung anerkannt worden (Stand 2023). Im Duden wird nur die Schreibweise mit dem Schrägstrich wie z. B. „Patientin/Patient“ als amtlich korrekt bezeichnet. Viele Formulierungen sind generell falsch, so darf man aufgrund eines Umlautproblems nicht „Ärzt/in“ oder „Arzt/in“ schreiben.

Wichtig ist auch: Verwenden Sie Genderzeichen in den Texten Ihrer Internetseite, sollten Sie konsistent bei der Verwendung dieser Zeichen sein, um die Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes zu wahren.

Gendern und Suchmaschinenoptimierung

Ein gutes Ranking in Suchmaschinen wie Google ist heutzutage für viele Apotheken und Arztpraxen von großer Bedeutung. Zu beachten ist, dass das Suchvolumen bei einem männlichen Suchbegriff (z. B. „Zahnarzt“) immer noch meist um ein Vielfaches höher ist als bei einem weiblichen Begriff („Zahnärztin“). Auch kann das ungeprüfte oder einseitige Verwenden von Genderzeichen dazu führen, dass Webseiten in den Suchergebnissen benachteiligt werden.

Suchalgorithmen werden immer komplexer und versuchen, den Nutzern die relevantesten Informationen zu liefern. Wenn eine Webseite aufgrund unangemessener Verwendung von Genderzeichen als nicht relevant eingestuft wird, kann dies die Sichtbarkeit und den Erfolg der Seite beeinträchtigen. Daher sollten Praxiswebseiten einen ausgewogenen Ansatz beim Gendern verfolgen, um sowohl ihre Botschaft der Inklusion zu kommunizieren als auch ihre Sichtbarkeit in den Suchergebnissen zu erhalten.

So liest der Google Algorithmus das Binnen-I immer als weibliche Variante. Das Gendern mit Doppelpunkt (z. B. „Patient:in“) scheint noch am ehesten für suchmaschinenoptimierte Texte geeignet zu sein, da für Google hiermit sowohl die weibliche als auch die männliche Form gemeint ist. Zudem eignen sich beispielsweise Doppelnennungen für personenbezogene Keywords und neutrale Formulierungen für nicht personenbezogene Keywords.

Fazit

Die Verwendung von geschlechtergerechter Sprache auf Praxiswebseiten kann ein wichtiger Schritt sein, um die Bedürfnisse aller zu berücksichtigen und das Vertrauen in Ihre Praxis bzw. Apotheke zu stärken. Es ist allerdings schwierig, in der Ansprache auf der Internetseite allen gerecht zu werden und dennoch eine gut verständliche, korrekte sowie auch für die Suchmaschinen optimierte Sprache zu verwenden.

Wir raten daher in der Regel unseren Kundinnen und Kunden: Entscheiden Sie selbst, wie Sie auf Ihrer Praxiswebsite verfahren möchten. Dabei sollten Sie selbstverständlich beachten, ob eine gendergerechte Sprache Ihrer Zielgruppe wichtig ist.

Bei Interesse beraten wir Sie gern, wie Sie eine gendergerechte Sprache auf Ihrer Internetseite einheitlich umsetzen können und dennoch das Ranking Ihrer Seite nicht beeinträchtigen. Darüber hinaus gendern wir Ihnen auch Texte auf Ihrer Internetseite konsequent mit einem einheitlichen Sonderzeichen, wenn Sie dies wünschen.

Kommentare

  • Michael Altenhövel sagt:

    Ich schreibe besser keinen Kommentar zu Ihren Ausführungen.

  • Matthias Müller sagt:

    Aber natürlich nicht. Und das liegt nicht daran, dass ich alt, weiss und ein Mann bin. Meine Frau, die farbig, jünger und kein Mann ist, sieht das ganz ähnlich,
    Es ist ja ganz nett, MInderheiten und Randgruppen Solidarität und Respekt zu bekunden. Aber solange der Rechtschreiberat keine Empfehlung ausgesprochen hat, bin ich nicht dafür, dass Zunge und Augen über Platzhalter stolpern müssen.
    Zwei wesentliche Gründe sprechen aus meiner Sicht dafür:
    Zum einen kam unsere Sprache und auch die anderer Nationalitäten schon Jahrhunderte ohne Gendern aus, Sprache ist keine Garantie für ein harmonischeres und respektvolleres Miteinander.
    Zum anderen wird auch die Etikettierung im Sinne von: „seht her, ich gendere, ich respektiere euch alle“ das persönliche Verhalten anderen gegenüber nicht ersetzen können. Womit ich eigentlich bei einem dritten Punkt angelangt bin:
    Was ist mit den Minderheiten, die das Gendern nicht erfasst? Gegenwärtig könnte man ja darüber nachdenken, wieder ein -Vorsicht Zynismus- Judensternchen einzupflegen, diesmal als Zeichen des guten Willens? Oder Behinderte? Asylanten? Gibt`s da vielleicht noch jemand der „hier“ rufen kann, weil er sich nicht angemessen gewürdigt fühlen könnte?
    Nein, ich denke, gendern kann jeder machen wie er will, sollte aber keinen Einzug in öffentliche Medien halten, wie Zeitungen, Behörden oder andere Institutionen.

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