WhatsApp

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Viele Apothekerkammern, Verbände und Rechtsanwälte raten Apotheken davon ab, WhatsApp für Arzneimittelvorbestellungen einzusetzen. Derzeit ist uns noch kein Gerichtsurteil bekannt, dass die WhatsApp-Verwendung für Apotheken untersagt. Rechts-Experten gehen aber davon aus, dass sich bald Gerichte mit dieser Thematik beschäftigen müssen.

Wo liegen die Bedenken von Rechtsexperten bei der Nutzung von WhatsApp?

Zugriff auf Kontakte – bei der Einrichtung von WhatsApp auf einem Smartphone gewährt der Nutzer WhatsApp den Zugriff auf seine im Smartphone gespeicherten Kontakte. Dies Bedarf der Einwilligung der Kontaktpersonen.

Kein Vertrag über die Auftragsdatenverarbeitung – die WhatsApp Inc. ist aus datenschutzrechtlicher Sicht im Rahmen der Medikamenten-Vorbestellung als Dritter gemäß § 3 Abs. 8 BDSG und Art. 4 Nr. 10 DSGVO einzustufen. Hätte die Apotheke einen Vertrag für die Auftragsdatenverarbeitung mit WhatsApp abgeschlossen, wäre der Datentransfer abgesichert. Das WhatsApp einen solchen Vertrag mit dem Apotheker abschließt, ist derzeit noch unwahrscheinlich.

Einwilligungserfordernis – eine zulässige Datenverarbeitung durch Vorbestellungen über WhatsApp kann nur auf Grundlage einer wirksamen Einwilligung des Kunden gemäß § 4a Abs. 3 BDSG und Art. 9 Abs. 2 DSGVO erfolgen. An solche Einwilligungen sind strenge Anforderungen zu stellen. Dabei ist unter anderem zu beachten, dass der Kunde der Übermittlung seiner Daten an die WhatsApp Inc. explizit zustimmt, mit dem Hinweis, dass es sich um das US-Ausland handelt und kein angemessenes Datenschutzniveau gewährleistet werden kann.

Und jetzt?

Selbst wenn alle Einwilligungserklärungen von Kunden vorliegen, raten Rechtsexperten von der Nutzung von WhatsApp ab, da nicht absehbar ist, ob eine auch umfassende Einwilligungserklärung vor Gericht standhält.

Dass die Medikamenten-Vorbestellung letztlich vom Kunden ausgeht, soll laut diverser Rechtsexperten unrelevant sein und würde den Apotheker nicht aus der Verantwortlichkeit entlassen. Entscheidend wäre, dass der Weg, über WhatsApp zu bestellen, überhaupt eröffnet wird.

Wir raten Ihnen, keine Vorbestellungen mehr über WhatsApp entgegenzunehmen, den Dienst einzustellen, bzw. erst gar nicht zu eröffnen. Zeigen Sie Ihren Kunden die Rezept-Foto-Funktion Ihrer Smartphone-Seite. Die Internetadresse ist verschlüsselt, die Daten liegen auf einem Server in Deutschland und Sie erhalten von uns einen Vertrag über die Auftragsdatenverarbeitung.